groteske Komödie für Erwachsene von Witold Gombrowicz
Am Hof des Königreichs Burgund geht Yvonne allen auf die Nerven. Sie spricht nichts, bewegt sich träge, niemand kann sie ändern, sie macht die Zeremonien des Hofes nicht mit. Durch ihre Passivität und Apathie wird sie zur Provokation: Da sie nicht mitspielt, müssen die anderen sich aufspielen. Gerade das reizt den Prinzen, sie zu heiraten. Doch Yvonnes bloße Anwesenheit demütigt alle. Ihre Gelassenheit macht sie zur Gefahr. Sie hören auf, selbstbeherrscht zu sein, sie sind genötigt, immer idiotischere Rollen zu spielen. Sie müssen sich mit Yvonnes Augen sehen – da werden die Abgründe menschlicher Unzulänglichkeiten, Unanständigkeit und Dummheit offenkundig. Fazit: Yvonne muss weg! Der Kammerherr gebiert die raffinierte Idee, während eines Festmahles den grätenreichen Fisch „Karausche“ zu servieren, in der Hoffnung, Yvonne möge an einer Gräte ersticken, um sie von „oben“ her zu töten!
Die Kirchdorfer Inszenierung des absurd abstrakten und gesellschaftskritischen Stückes erfolgt auf zwei Licht-Ebenen: die Schwarzlichtebene nähert sich im Zeitlupentempo einer fernen Außenwelt, die Normallichtebene aber holt den Zuseher wieder zurück in die Sphäre einer irdischen Gegenwart. Ein Haus- und Hofmusiker sensibilisiert den Zuseher zum Zuhörer. Die Ansätze zur Commedia dell´arte möge den Zuschauern die beherzte Wesensart der Charaktere präsentieren. Und dies alles auf der kleinen, aber feinen Kirchdorfer Theater-Werkstatt-Bühne.
Regie:
Franz Horcicka
SpielerInnen:
Andrea Falkner
Gebesmair
Martina Geiseder
Kurt Geiseder
Thomas Hartwagner-Lindorfer
Thomas Hochreiter
Gerhard Mair
Ingrid Pohn
Gertraud Waldhör-Saatmann
Musik: Helmut Meixner
Produktionsleitung:
Kurt Geiseder
Helga Lang
Technik:
Christian Kemptner
Robert Zölß-Horcicka
Bühnenbild, -bau:
Paul Saatmann
Norbert Seidl
Kostüme, Ausstattung:
Rosa Teutsch
Sieglinde Kemptner
Eva Hebesberger
Programm:
Kurt Geiseder
Grafik:
Doris Meixner
Presse, Öffentlichkeitsarbeit:
Gertraud Waldhör-Saatmann