Eine ungeschichtliche historische Komödie von Friedrich Dürrenmatt

Kaiser Romulus erreicht die erschütternde Nachricht, dass der Germanenfürst Odoaker vor den Toren Roms steht, was den Untergang des weströmischen Reiches bedeuten würde. Gleichzeitig sind die Staatskassen leer, die Legionen geschlagen oder übergelaufen.

Doch der Kaiser will sich ausschließlich seiner Hühnerzucht zu widmen. Romulus’ größtes Interesse scheint der Legefrequenz seiner Hennen zu gelten, die er allesamt nach seinen kaiserlichen Vorgängern und Amtskollegen benannt hat. Und ausgerechnet die Henne Odoaker legt täglich drei Eier.

Um die Schulden Roms zu tilgen, verkauft Romulus die Blätter aus seiner goldenen Lorbeerkrone und Büsten bedeutender Denker, Dichter und Staatsmänner aus dem Thronsaal. Romulus‘ Ehefrau Julia sieht dem Ausverkauf der Erbstücke ihres Vaters verzweifelt aber machtlos zu.

Als die Germanen Rom erreichen, werden die Archive verbrannt, denn zum Abtransport fehlen die Mittel. Und der Kaiser schläft.

Was niemand ahnt, ist, dass Romulus mit seiner scheinbaren Lethargie in Wirklichkeit ein höheres Ziel verfolgt. Er arbeitet gezielt am Untergang des römischen Weltreiches, das es aus seiner Sicht nicht verdient hat, weiter zu bestehen, und er sieht sich selbst als Richter seines verkommenen Vaterlandes.

Friedrich Dürrenmatts Komödie stellt Bezüge zum Untergang des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert nach Christus her. Allerdings hat er sich nur sehr lose an die Historie angelehnt und diese für ein amüsantes und zugleich analytisch scharfes Denkmodell über den Zusammenbruch hochentwickelter Zivilisationen benutzt, die an ihrer Sattheit und Überheblichkeit, mit der sie die ganze Welt beglücken, zugrunde gehen.

DarstellerInnen

Thomas Hochreiter

Martina Geiseder

Kurt Geiseder

Johannes Klinglmayr

Thomas Hartwagner


Regie

Elisabeth Neubacher


Regieassistenz

Helga Lang


Bühnenbild & -bau

Paul Saatmann, Norbert Seidl


Ausstattung, Kostüme

Martina Geiseder


Sprechtraining

Helga Gutwald


Technik

Othmar Dickbauer, Dieter Marso


Programm

Helga Gutwald


Grafik

Elisabeth Neubacher,

Gertraud Waldhör-Saatmann


Öffentlichkeitsarbeit

Gertraud Waldhör-Saatmann


Produktionsleitung

Helga Lang