Der gebürtige Schlierbacher Thomas Arzt hat sich als Autor mittlerweile einen Namen gemacht: Sein Stück „Grillenparz“ wurde 2011 am Wiener Schauspielhaus mit großem Erfolg aufgeführt, im April 2013 hatte sein Stück „Alpenvorland“ am Landestheater Linz Premiere.
Nach der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater Heute wurde er 2011 als Nachwuchsautor des Jahres nominiert. Für das Literaturfestival 4553 in Schlierbach hat das Theater Kirchdorf einen Szenenquerschnitt aus dem Stück „Grillenparz“ von Thomas Arzt entwickelt. Die Produktion unter der Regie von Johanna Horcicka wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen und wird nun an vier Abenden bei uns im Theater in der Werkstatt gespielt.
Was passiert am Grillenparz, einem Hügel außerhalb der Stadt, wirklich? Zwei Geschichten sind ineinander verflochten: die Firmenfeier des Vorjahres und das Fest in diesem Sommer. Ein Verbrechen wird wiederholt. Figuren betrinken sich, um sich nicht erinnern zu müssen – nur Flora zwingt sie dazu: „Die Erinnerung ist ein Blitz vielleicht. Ein Aufzucken. Dann, wennst gar nicht darauf vorbereitet warst, wenn alles schon unter einer dicken Schicht Staub und Erd verwest, fast wie ein Fleisch, ein Körper, den´st abgelegt hast, so liegt sie da die Erinnerung, und mit einem mal schießt sie heraus.“ Als Zeuge zwischen Erde und Himmel fungiert der Fischer, ein Jäger, eine gespenstische Figur, die im letzten Jahr ertränkt worden ist, von eben dieser sich erinnernden Flora, die ihre Vergewaltigung gerächt hat. Auch in diesem Jahr geht es ähnlich weiter. Der Alkohol erleichtert die zwischenmenschlichen Begegnungen und lässt der Natur des Menschen freien Lauf. Es wird gewettet auf den/die Meistsaufende/n, es wird Small-Talk versucht, um die dünne Oberfläche des Scheins nicht zu zerbrechen, es wird getanzt und gesungen. Und gerade diese Lieder vom Obischaunübersland und Einischaunindehittn decken das vermeintliche Idyll auf.
Selbst die schena engl haben aufgrissene kleidal, obigrissene zopfal und weggrissene hosal.
Kurze Dialoge und Monologe wechseln mit den Liedern, Stanzen, Reigen und Jodlern ab. In dichtester Form wird eine aufgesetzte Stimmung vermittelt, hinter der die Angst wartet. Angst vor der erlebten und gerade gelebten Realität. Es bleibt die pure Essenz der Geschichte über, die Liebe – sei es zur Heimat, zu anderen Menschen oder zur Natur – vorgaukelt. Aber der Grillenparz, ein pummeliger Klotz in der Landschaft, lässt sich nicht täuschen. Er bleibt standhaft.